Die Geschichte Berlins – Weimarer Republik, 2. Weltkrieg, geteilte Stadt, Wiedervereinigung

Weimarer Republik (1918 – 1933)

Nach dem ersten Weltkrieg wurde am 9. November 1918 in Berlin die Weimarer Republik ausgerufen. In den nächsten Monaten sollte es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regierung, Freikorps und sozialistischen Arbeiterbewegungen kommen. Die nächsten Jahre sollten Berlin keine Ruhe bringen.

Im Januar 1919 sorgte der Spartakusaufstand für Blutvergießen. Sieben Tage lang kam es zu bewaffneten Kämpfen zwischen Anhänger der KPD und USPD mit Freikorps-Truppen.

Im März 1920 scheiterte ein Putschversuch, als Teile der Reichswehr und Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei versuchten, die Macht an sich zu reißen. Der Putschversuch dauert gerade einmal 100 Stunden an.

In den 1920er Jahren wurde Berlin durch eine umfassende Eingemeindung mit 4 Millionen Einwohnern zu drittgrößten Stadt der Welt, knapp hinter London und New York. In den nächsten Jahren erlebte die Stadt einen Aufschwung der Kunst, Kultur und Wissenschaft. In den “Goldenen Zwanziger” wurde Berlin zur größten Industriestadt in Europa.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933 – 1945)

Im Jahr 1933 wurde Berlin schließlich zur Hauptstadt des Dritten Reichs unter Adolf Hitler. Bereits am 1. April desselben Jahres kam es zu den ersten organisierten Boykotten gegen jüdische Geschäfte und Einrichtungen.

Drei Jahre später fanden hier die elften Olympischen Spiele statt. Das eigens gebaute Olympiastadium steht bis heute.

Adolf Hitler plante zusammen mit seinem Chefarchitekten Albert Speer den kompletten Umbau Berlins. Hitler schwebte ein gigantomanisches Konzept vor, mit dem er Berlin in die Welthauptstadt Germania verwandeln wollte. Ganze Stadtteile sollten niedergerissen werden, um Platz für übertriebene Prachtbauten und Straßenzüge zu machen. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs wurden die aberwitzigen Pläne jedoch auf Eis gelegt. Sie sollten nie verwirklicht werden.

Berlin wurde während des zweiten Weltkriegs beinahe völlig zerstört. Im Herbst 1940 wurde die Hauptstadt des Dritten Reichs zum ersten Mal das Ziel britischer Bomber. Die Schlacht um Berlin, als Sowjettruppen 1945 die Stadt angriffen, sorgte für weitere Zerstörungen. Seit Kriegsbeginn verlor die Stadt über 1,5 Millionen Einwohner. Fast die Hälfte aller Gebäude wurde völlig zerstört. Berlin war ein Trümmerfeld.

Geteilte Stadt (1945 – 1989)

Nachdem die deutsche Wehrmacht am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulierte, wurde Berlin in vier Besatzungszonen eingeteilt. Dies mündete schließlich in einer Teilung von Berlin. Die Besatzungszonen von Franzosen, Briten und Amerikanern bildete die Enklave Westberlin. Die sowjetische Besatzungszone wurde zu Ostberlin. Auf den zweiten Weltkrieg folgte der Kalte Krieg, in dem sich Ost und West gegenüberstanden.

Die Spannungen zwischen Sowjets und Westmächten fanden im Juni 1948 einen ersten Höhepunkt, als sowjetische Truppen sämtliche Verbindungen in den Westteil der Stadt blockierten. Die USA reagierten mit der berühmt gewordenen Luftbrücke und ließ Nahrung und wichtige Versorgungsgüter in die Enklave einfliegen.

1949 wurde die Teilung Deutschlands und damit Berlins offiziell. Im Westen Deutschlands wurde die Bundesrepublik Deutschland ausgerufen, währen im Osten die Deutsche Demokratische Republik das Licht der Welt erblickte.

Am 13. November 1961 begann die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer. Ost- und Westteil wurden hermetisch abgeriegelt, um die Flucht von DDR-Bürgern in den Westen zu erschweren.

Am 26. Juni 1963 besuchte der US-Präsident John F. Kennedy Westberlin und hielt seine berühmtgewordene Rede vor dem Rathaus Schöneberg.

1989 kam es in der DDR überraschend zu einer politischen Wende. Am 9. November fiel die Mauer und Menschen konnten wieder frei zwischen West- und Ostberlin verkehren. Kaum ein Jahr später kam es zur Wiedervereinigung beider deutschen Staaten. Die DDR war Geschichte. Berlin wurde wieder zur Hauptstadt eines vereinten Deutschlands.

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1990 bis Heute

Am 11. Januar 1991 wurde der erste Gesamtberliner Senat gewählt. Berlin wurde zur Baustelle der Republik. Das Stadtbild war für Jahre von Baukränen und Baustellen dominiert. 1994 wurden die letzten amerikanischen, französischen, britischen und sowjetischen Truppen aus der deutschen Bundeshauptstadt verabschiedet.

1999 zogen Regierung und Parlament der Bundesrepublik Deutschland nach Berlin um. 2001 wurde das neue Bundeskanzleramt eingeweiht.